Auf der Schwelle zum 20. Jahrhundert war das gesellschaftliche Leben durch radikale Veränderungen geprägt. In Paris erhellten die ersten elektrischen Straßenbeleuchtungen die Plätze und Alleen, in London zeigte der Cinematograph das Wunder der „laufenden Bilder“ und in Berlin war die Wilhelminische Ära auf dem Gipfel ihrer Ausbreitung. Um ihnen folgend die Quelle unserer Inspiration etwas näher zu bringen, wollen wirhiermit einen kurzen Überblick über das geben, was wir als stilistische Revolution empfinden.
Die Namen für die Kunstepoche um 1900 sind genauso vielfältig wie deren Kunstäußerungen selbst. Jugendstil, Art Nouveau und Secession. Die Kunst des in Deutschland nach der in München erscheinenden Zeitschrift „Jugend“ benannten Epoche umfasste mit wenigen Ausnahmen sämtliche Kunstgattungen. Architektur, Malerei und Plastik - aber, und das war neu, auch die Handwerkskünste wie die Glaskunst und Schmuck oder Möbeldesign.
Alle Künstler vereinte zum Einen die Absicht, etwas Neues, noch nicht Dagewesenes zu schaffen, zum Anderen das ästhetische Ideal, das ihre Werke nicht statisch, sondern bewegt und aufgewühlt wirken ließ.